Deutsche Rentenversicherung

Lyo hat die Freude am Leben wiedergefunden

Seit Jahren kommen Mutter Melanie und Lyo zu uns

In der Turnhalle: Lyo und seine Mutter werden von einem Sporttherapeuten begleitet Quelle:DRV-RLP

Lyos Weg führt bereits zum vierten Mal in die Edelsteinklinik und er kommt jedes Jahr wieder. Lyo ist zwölf Jahre alt, seit seiner Geburt geistig und körperlich beeinträchtigt – und ein beeindruckender Kämpfer. Jeder Aufenthalt bringt ihn ein ganzes Stück weiter – so weit, wie es viele nicht für möglich gehalten hätten. Seine Mutter Melanie begleitet ihn Tag für Tag. In ihrem Blick spiegeln sich Stolz und die Stärke ihres Sohnes wider. „Er hat so viel geschafft“, sagt sie. „Und das Wichtigste ist, dass er hier wieder gelernt hat, sich über das Leben zu freuen. Hier wird er als eigene Persönlichkeit wahrgenommen und nicht zur Seite gestellt.“

Ziel: Sprechen lernen

Lyo kann inzwischen stehen. Und sogar laufen. Er braucht zwar etwas Hilfe und man sieht ihm die Anstrengung an, trotzdem schafft er das aus eigener Kraft. Wenn er in der Sporthalle gegen seinen Therapeuten oder gegen Mitpatientinnen und Patienten „Vier Gewinnt“ spielt, richtet er sich auf und kann während des Spiels stehend das Gleichgewicht halten. Doch aktuell hat er noch ein anderes Ziel: Sprechen lernen, oder zumindest Worte besser artikulieren können. Dafür muss er seine Haltung aufrichten – eine schwierige Aufgabe bei einem Körper, der von zahlreichen Operationen und Narben gezeichnet ist.

Fortschritt ist nicht selbstverständlich – aber möglich

Sein Therapieplan ist voll: Ergotherapie, Krankengymnastik, Massagen, Wassergymnastik, Logopädie und Parasport. Für letzteres schlägt sein Herz besonders. Denn beim Parasport darf Lyo mit einem Liegerad fahren. Damit seine Füße nicht abrutschen, fixiert sein Therapeut Sylvester Veeck sie an den Pedalen – aber die Bewegung, das Treten, das Durchhalten: das macht er selbst. Das Strahlen in seinem Gesicht verrät, wie viel ihm dieser Moment bedeutet. Nur in den Kurven braucht er Unterstützung. Melanie ist immer in seiner Nähe und greift behutsam ein, wenn es sein muss. „Die rechte Hand zu dir ziehen, Lyo, so ist’s gut, – weiter so“, ermutigt sie ihren Sohn. Für ihn ist jede Runde ein kleines Stück Selbstständigkeit. Lyo zeigt, dass Fortschritt nicht selbstverständlich ist – aber möglich. Mit Geduld. Mit Hilfe. Und mit Mut.